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Ameisenschutzräume

20.01.2016 Schutz von Ameisen vor Wildschweinen und Dachsen. Bewirtschaftungsgemeinschaft Obernburg /Mömlingen setzt auf einfache Holzzäune statt auf fertige Drahtgeflechte

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Obernburg-Mömlingen.
Manch einer fragt sich vielleicht, warum für den Schutz von Ameisen vor Wildschweinen und Dachsen im Obernburger und Mömlinger Wald einfache Holzzäune statt fertiger Drahtgeflechte verbaut werden? Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Zum einen sind Drahtschutzmaßnahmen mit einem ganzheitlichen Waldbild nicht für alle Interessensgruppen vereinbar. Für Waldbewohner wie Vögel oder Rehe, die sich darin verheddern können, sind sie auch gefährlich.

Ameisen kennen keinen Nestschutz dieser Art. So kann es vorkommen, dass Ameisen ihre Nester verlassen, wenn ihr Hügel zum Schutz vor Wildschweinen und Dachsen mit einem Drahtgeflecht überspannt worden ist. Es gibt Vermutungen, dass der durch das Drahtnetz entstehende Faraday’sche Käfig ein Ursache dafür sein könnte. Die Ameisen sollen durch die entstehenden oder abgeschirmten elektromagnetischen Wellen, durch Wirbelströme, die dem äußeren elektromagnetischen Feld entgegenwirken sowie durch statische oder langsam variierende Magnetfelder (wie das Erdmagnetfeld) veranlasst werden, ihr Nest zu verlassen.

Ameisen brauchen in erster Linie besonnte Lebensräume, wofür der Förster zuständig ist. Bei Holzerntearbeiten können Ameisenhügel durch die Planung von Rückegassen, der Fällrichtung und des Holzrücken geschützt werden. Speziell im Herbst und Winter kann eine Störung von Nestern den Ausfall des gesamten Volkes durch Frost, Zerstö-rung des Belüftungssystems und starke Verdichtung des Haufens bedeuten. Mechani-sche Schäden können mit guter Planung verhindert werden.

Ameisennester, die durch die Holzerntemaßnahmen gefährdet sind, sollten bei der An-zeichnung deutlich markiert werden, damit sie auch bei Arbeiten im Winter mit Schnee-auflage nicht übersehen werden.

Zudem gilt es, die Maschinenführer zu informieren, dass die Nester unterirdisch eine weit größere Ausdehnung aufweisen können als der an der Oberfläche sichtbare Nestteil. Forststraßen und Rückegassen sind grundsätzlich positiv für eine Ameisenpopulation. Durch den Bau von Forststraßen entstehen optimale Biotope für Waldameisen. Die für eine Straße auszuholzende Schneise bringt Licht, Sonne und dadurch auch Wärme in den Waldbestand, was für ein gutes Waldameisenbiotop sehr wichtig ist.

Der Holzzaun dient in erster Linie dem Schutz der Ameisennester vor Wildschweinen und Dachsen. Diese fressen vor allem im Winter sehr gerne Ameisenlarven, beschädi-gen dabei aber oft massiv die Nester.

Text, Foto: Forstverwaltung der Bewirtschaftungsgemeinschaft Obernburg und Mömlingen, Marhold Graner, Andreas Becker.


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